Modernes Sport-Karate Alsdorf

Hoengener Turnclub 1893 e.V.

Rechtslage im Wettkampf

Doch wie stellt sich daneben die Situation im sportlichen Wettkampf dar? ZunĂ€chst begeben sich die Sportler freiwillig in einen Kampf (Notwehr kommt daher natĂŒrlich nicht in Betracht.). Dabei nimmt man Verletzungen in Kauf, die durch ein Verhalten im Rahmen der Regeln entstehen. Dies bezieht sich im Kampfsport auch auf schwerste Verletzungen, die dort auch bei regelgerechtem Verhalten nicht zu vermeiden sind. Zudem muss der GeschĂ€digte vor Gericht einen möglichen Regelverstoß beweisen. Den Teilnehmern ist aber auch die typische Gefahr bekannt, dass es durch ÜbermĂŒdung, Übereifer usw. zu geringen VerstĂ¶ĂŸen mit daraus resultierenden Verletzungen kommen kann. Angesichts dieser Kenntnis wĂ€re es widersprĂŒchlich, vom SchĂ€diger spĂ€ter Schadenersatz oder sogar Schmerzensgeld zu verlangen. In der Hektik und dem Eifer eines Kampfes kann außerdem oft nicht einmal eine sorgfĂ€ltige Person Verletzungen vermeiden. In beiden FĂ€llen bleibt dies ohne Folgen fĂŒr den SchĂ€diger. Wer sich in einen sportlichen Kampf begibt, erwartet allerdings, dass der Gegner die erforderliche Sorgfalt nicht grob missachtet. Auch kann man keinem unterstellen, mit einer vorsĂ€tzlichen regelwidrigen Verletzung durch den Gegner einverstanden zu sein. Folgen ergeben sich also dort, wo man nicht mehr von „HĂ€rte“ sondern von „Unfairness“ sprechen kann.

Aus strafrechtlicher Sicht kann eine Verletzungshandlung im Kampf u.U. nicht einmal eine zuzurechnende „Körperverletzung“ im Sinne des Strafgesetzbuches sein. Das ist ebenfalls dann anzunehmen, wenn sich der schĂ€digende KĂ€mpfer ganz im Rahmen der vereinbarten Wettkampfregeln hĂ€lt. Zum Beispiel wĂ€re ein Boxer, der innerhalb der Boxregeln kĂ€mpft, auch dann nicht strafbar, wenn er dem Gegner mit erlaubten Kampftechniken innerhalb der vereinbarten Wettkampfregeln absichtlich eine schwere Gehirnverletzung zufĂŒgt oder ihn damit sogar tötet.